Deutsche LGBTQ Marketing-Kampagnen | Best-of 2020 – August

Deutsche LGBTQ Marketing-Kampagnen | Best-of 2020 – August

Als Agentur, die ihre Akzente auch innerhalb der LGBT und queeren Community setzt, haben wir von SÍSÍ ein genaues Auge auf die Diversity- und Marketing-Kampagnen, die Unternehmen an lesbische, schwule, bi, trans* und queere Menschen richten. Ob für die externe Kommunikation, für die Stärkung der HR-Marke, für die PR... in diesem Artikel veröffentlichen wir fortlaufend die Kampagnen, die ihr auf dem Schirm haben solltet.

Die Top-Kampagne im August 2020 von OTTO

„Auch wenn dieser Sommer anders ist: Wir machen uns trotzdem eine gute Zeit.“ Diese Zeilen werden visuell begleitet durch ein schwules Pärchen, das sich küsst und traute Zweisamkeit im Camper am Strand genießt. Ganz unaufgeregt und Teil einer größeren Kampagne, die auch im TV und digitalen Bannerdisplays zu sehen ist.

Die Kampagne ist zusammen mit dem firmeneigenen LGBT-Netzwerk MORE* entstanden, das vor einem Jahr gegründet wurde. Das Netzwerk unterstützt seitdem eine Reihe von Maßnahmen bei OTTO, um die Arbeitgeberin diverser nach innen und nach außen zu gestalten.

Dazu gehören die Einrichtung von genderneutralen WCs, die Einführung des Gendersternchens in der Unternehmenskommunikation und das Feature von Diversity-Themen beim OTTO-Podcast „O-TON“.

OTTO-Kampagne „Mach Zuhause Draus“ (Das Titelbild dieses Blogbeitrags ist ein Screenshot daraus

Ganz zurecht hat die PROUT AT WORK Foundation das MORE*-Netzwerk mit dem Rising Star Award ausgezeichnet – und das Netzwerk damit zum Newcomer des Jahres unter den LGBT-Netzwerken in Deutschland gewählt.

Weitere LGBT-Kampagnen im August 2020

SKINY: Conchita Wurst präsentiert eine komplette Kollektion der Unterwäsche-Marke SKINY – von Boxershorts bis zum BH. „Du bist, was du trägst – aber das kann sich, wie der Outfitwechsel, zu jeder Tageszeit ändern.” erklärt das Label dazu.

Conchita Wurst präsentiert die Herbst/Winter-Kollektion von SKINY

1. FC Köln: Auf die rassistische und homophobe Kündigung einer Mitgliedschaft reagiert der Fußballverein mit großer Aufmerksamkeitswirkung. Das Mitglied hatte sich darüber beschwert, dass der FC im diesjährigen Auswärtstrikot die Skyline Kölns inklusive Moschee eingearbeitet hat. Außerdem wird vermutet, dass der Verein kommende Saison mit einem rosa Trikot einläuft.

Der Verein kontert offenherzig, Fan-nah und Diversity-bejahend. Jetzt halten wir die Daumen gedrückt, dass das rosa Trikot nicht nur eine Schnapsidee (Kölsch-Idee?) war. Hier geht’s zum Beitrag auf LinkedIn.

 

Radio Fritz: Die Nachrichtenredaktion von Fritz will durchgehend das Gendersternchen mitsprechen. Der Jugendsender ist damit der erste im ARD-Verbund, der diese Sprechweise übernimmt.

Das Gendersternchen vereint eine weibliche, männliche und queere Personenbezeichnung und wird wie eine winzige Pause gesprochen: “Kund*[Pause]innen”

Hauptgründe sind die junge Zielgruppe des Senders und der Wunsch der Redaktion, ein Zeichen zu setzen. “Für die Jüngeren ist Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache ein großes Thema”, so die Programmchefin.

Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH): In Hamburg sind nun zwei „Diversity-Busse“ im Einsatz. Damit feiert das Unternehmen den zehnten Jahrestag seiner Unterzeichnung der Charta der Vielfalt. Die Busse zieren VHH-Mitarbeiter*innen, die für Vielfalt stehen und Olivia Jones ist Schirmherrin.

 

 

 

sisi agentur kommunikation sven tomschin

Sven Tomschin ist Berater und Geschäftsführer bei SÍSÍ – der agentur mit akzent. Vernetze dich mit Sven auf LinkedIn.

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Juni war Pride Month und mit ihm kamen eine Vielzahl von Kampagnen, die der LGBTQ-Zielgruppe die „Pink Dollars“ aus der Tasche ziehen sollten. In unserer Auflistung konzentrieren wir uns deshalb auf Kampagnen, bei denen wir geringeres Pinkwashing-Potenzial sehen. Die Top-Kampagnen kommen von einem Lebensmittel-Discounter mit Dragqueen Olivia Jones und einer Mode-Brand mit Awareness für Pronomen.

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„Warme Momente am Wörthersee“ – LGBTQ-Marketing & Reclaiming als queere Strategie

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Eine queere Kampagne von SÍSÍ schlug im Mai hohe Wellen: Der „warme“ Slogan für das Gewinnspiel der österreichischen „Pink Lake“-Urlaubsregion löste eine Debatte über die Wortwahl auf Social Media aus. „Total fail“oder „je wärmer, desto besser“? Presse wie auch LGBTQ Web-Magazine griffen die „umstrittene“, aber schließlich erfolgreiche Kampagne auf. Ob Shitstorm oder Sturm im Wasserglas – eins ist klar: Der Slogan wurde mit Bedacht und Augenzwinkern gewählt – von zwei queeren Agenturen.

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