LGBTQ Trends 2: Generation Z – selbstbewusst queer auf Social Media

LGBTQ Trends 2: Generation Z – selbstbewusst queer auf Social Media

Social-Media-Apps wie TikTok machen es der Generation Z möglich, ihre Kreativität auf ein neues Level zu bringen. Jugendliche Aktivist*innen und Influencer erschließen dadurch eine zukunftsträchtige Zielgruppe für ihre sozialen Anliegen. So erhalten sie eine mächtige Stimme – auch für queere Themen wie LGBTQ Rechte und Gender-Identität.

Generation Z: Digital Natives

Die Generation Z kam Ende der 90er bis Anfang der 10er Jahre zur Welt und ist heute also etwa im Alter von 8 – 23 Jahren. Sie sind Digital Natives: Die erste Generation, die von Geburt an mit Online-Medien und digitaler Technologie groß geworden ist. Durch ihre digitalen Skills und die starke Vernetzung mit ihren Peers können die Mitglieder der Generation Z ihre kreativen Grenzen ständig neu austesten.

Spielerische Kreativität

Spielend nutzen sie die zahlreichen Innovationen von Social Media: Twitter und Vine setzten den Trend, Kernbotschaften in nur wenige Zeichen, bzw. in 6-sekündige Videos zu packen. Snapchat eröffnete eine neue Ära des lebensnahen Contents dank zeitlich begrenzter Stories. Augmented-Reality-Filter auf Snapchat und Instagram fügten der Selbstdarstellung hingegen eine spielerische Dimension hinzu. Und aktuell gibt TikTok der Generation Z die Möglichkeit, kurzweilige (Musik-)Videos mit nur wenigen Klicks auf dem Smartphone zu erstellen.

@leon.content

Welcher gefällt euch am besten?❤️ @fiona._.content 👼🏼 ##foryou / lnsta: Leon.content

♬ New Rules - Dua Lipa

Generation Z: freiheitsliebend & engagiert

Doch Social Media wird von der Generation Z nicht nur zu Entertainment-Zwecken eingesetzt. Das zeigt eine Studie der Innovation Group  welche in Kooperation mit Snapchat erstellt wurde. Die Studienteilnehmer sollten einen Slogan für die eigene Generation finden. Befragte aus der Gen Z antworteten mehrheitlich „Sei du selbst“, dicht gefolgt von „Rette den Planeten“.

Zu diesen Slogans passen auch die Themen aus dem Bereich LGBTQ* (Lesbian, Gay, Bi, Trans*, Queer), die von jungen Influencern verarbeitet werden:

  • „Sei du selbst“ gibt dem Wunsch Ausdruck, die ganz frei und selbstverständlich die eigene queere Identität auszuleben.
  • „Rette den Planeten“ ist in diesem Zusammenhang ein Aufruf zum Engagement für LGBTQ Rechte.

Hier einige Beispiele aus Deutschland:

  • Oskar aka Ossi Glossy ist 15 Jahre alt und hat auf YouTube über eine halbe Million Abonnenten. Über seine Make-up Tutorials beschäftigt er sich auch mit dem Thema Gender Expression. In Videos antwortet er z.B. zusammen mit YouTuber Marvyn Macnificent selbstbewusst auf Hate-Kommentare, die sich oftmals gegen sein genderqueeres Auftreten oder seine sexuelle Orientierung wenden.
  • Tim Rasch ist 21 Jahre alt und Model. Der Schauspieler von Berlin Tag & Nacht thematisiert auf seinen Kanälen (fast 1 Mio. Follower auf TikTok) seine Beziehung zu Ben Mittelstädt, der auch durch Berlin Tag & Nacht bekannt ist. Auch das Thema Mode geht er selbstbewusst queer an: So war er z.B. Markenbotschafter für die „Diesel Pride Collection“.

  • Leon Content ist 18 Jahre alt und lässt seine 800k+ Fans auf Instagram und 1,7 Mio. TikTok-Follower an seinem Leben teilhaben. Er thematisiert dort z.B. seine Beziehung mit seinem Freund. Außerdem spricht auch immer wieder gesellschaftliche Themen wie Sexismus, Gender-Klischees und Mobbing an.
@leon.content

Tried kissing my ex 😳 Schaut das Video von @itslukaswhite um seine Sicht zu sehen!😂❤️ ##foryou ##friends

♬ Supalonely (feat. Gus Dapperton) - BENEE

LGBTQ Marketing mit der Gen Z? Sei authentisch!

Wir sehen: Influencer in ihren Teen- und Twen-Jahren setzen neue Standards für den Umgang mit sozialen Themen auf Social Media. Sie treten dabei ganz persönlich auf und scheuen sich nicht, aktivistische Themen natürlich und selbstbewusst einfließen zu lassen.

Für Brands, die eine Kooperation mit queeren Influencern der Generation Z anstreben, ist diese Einstellung nicht nur „nice-to-know“.

Eine glaubwürdige Zusammenarbeit sollte die gesellschaftlichen Ziele der LGBTQ Community auch inhaltlich mittragen und firmenintern umsetzen. Ansonsten können Kampagnen in der jugendlichen LGBTQ Zielgruppe nach hinten losgehen: Auf Pinkwashing (LGBTQ Marketing aus reiner Gewinnabsicht) reagiert die engagierte Gen Z nämlich höchst allergisch!

Das war Teil 2 der LGBTQ Marketing Trends

In dieser Reihe präsentieren wir von SÍSÍ die derzeit wichtigsten Trends für die Ansprache der LGBTQ Zielgruppe. Was bewegt die queere Community ganz aktuell? An welchen Trends führt im LGBTQ Marketing kein Weg vorbei? Ob Camp-Ästhetik, queere „Social Stays“  oder queere Superhelden: Die Trends sind so bunt und vielfältig wie die LGBTQ* Community. Diese Marketing Trends haben wir bisher beleuchtet:

LGBTQ Trend 1: Queere Superhelden

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Hinweis:

„The New Super Creatives“ ist Teil der Future 100: Trends to watch in 2020 – ein Trendreport, der die wichtigsten Themen für Organisationen und Marken zusammenfasst, z.B. aus dem Bereich Kultur,  Lifestyle, Tech, Beauty, Luxus oder Reise. Zum Download hier.

* Warum LGBTQ und nicht LGBT ?

LGBTQ steht für Lesbisch, Gay (schwul), Bisexuell, Trans* (transgender, transsexuell), Queer (von der heterosexuellen oder cis-geschlechtlichen Norm abweichend).

Wir verwenden diese erweiterte Form der im Mainstream bekannten Abkürzung LGBT. Leider repräsentiert LGBT die vielen Identitäten des queeren Regenbogens heute nicht mehr ausreichend. Es gibt in der queeren Community noch viele weitere Gruppen, die sich in den vier Buchstaben LGBT nicht wiederfinden: I für Intersexuell, A für Asexuell, P für Pansexuell etc.

Daher haben wir uns für die Variante mit Q entschieden: Queer kann auch als Überbegriff verwendet werden um die bunte Gesamtheit der LGBTTIQA*-Community abzubilden. So versuchen wir mit der Abkürzung LGBTQ die unterschiedlichen Gruppen dieser Community zu repräsentieren und gleichzeitig die Lesbarkeit und Verständlichkeit unserer Artikel zu garantieren.

Noch lieber als lange Akronyme ist uns aber sowieso das einfache Wörtchen „queer“ . 🌈

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